Nach Angaben der Ermittler trug der Jugendliche eine Softairwaffe bei sich, die einer echten Pistole täuschend ähnlich sah. Zum Ablauf des Einsatzes gibt es jedoch unterschiedliche Darstellungen.
Am Dienstag, 18. August 2026, kam es im Münchner Stadtteil Schwabing zu einem folgenschweren Polizeieinsatz. Im Bereich Hohenzollernplatz und Kurfürstenplatz waren Einsatzkräfte auf eine Person aufmerksam geworden, die nach Angaben von Zeugen einen pistolenähnlichen Gegenstand bei sich getragen haben soll.
Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Person um einen 14-jährigen türkischen Staatsangehörigen.
Polizei: Softairwaffe war kaum von echter Pistole zu unterscheiden
Nach Darstellung der Polizei trug der Jugendliche eine schwarze Softairwaffe bei sich, die äußerlich einer echten Schusswaffe stark ähnelte.
Die Ermittler erklärten, dass das Modell insbesondere einer Beretta 92 im Kaliber 9 Millimeter ähnlich gesehen habe und für die eingesetzten Beamten in der konkreten Situation nicht ohne Weiteres als Softairwaffe zu erkennen gewesen sei.
Nach Angaben der Polizei soll der Jugendliche die Waffe hervorgeholt und eine Ladebewegung ausgeführt haben. Trotz der Aufforderung, die Waffe fallen zu lassen, habe er sich anschließend mit dem Gegenstand in der Hand in Richtung der Polizeibeamten gedreht.
Daraufhin gab ein Polizeibeamter einen Schuss ab. Der 14-Jährige wurde am Oberkörper getroffen.
14-Jähriger musste operiert werden
Der Jugendliche wurde nach dem Vorfall medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Aufgrund seiner Verletzung musste er operiert werden.
Nach den zuletzt veröffentlichten Angaben befindet sich der Jugendliche in stabilem Zustand.
Familie widerspricht Darstellung der Polizei
Zum entscheidenden Moment unmittelbar vor der Schussabgabe existieren allerdings unterschiedliche Darstellungen.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie soll der Jugendliche die Softairwaffe bereits auf den Boden gelegt und darauf hingewiesen haben, dass es sich um eine Spielzeug- beziehungsweise Softairwaffe handele.
Diese Darstellung steht im Widerspruch zur Schilderung der Polizei und ist bislang nicht unabhängig bestätigt.
Die genauen Abläufe müssen deshalb im Rahmen der laufenden Ermittlungen geklärt werden.
Ermittlungen nach Schusswaffengebrauch
Der Polizeieinsatz und insbesondere der Schusswaffengebrauch werden untersucht. Mit der Aufklärung des Geschehens befassen sich unter anderem das Bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München.
Dabei soll geklärt werden, ob der Einsatz der Schusswaffe unter den konkreten Umständen rechtmäßig und verhältnismäßig war.
Gleichzeitig wird nach Medienberichten auch gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts ermittelt, Polizeibeamte bedroht zu haben.
Familie kam 2023 nach Deutschland
Nach Informationen deutscher Medien lebt der 14-Jährige im Landkreis Miesbach und besitzt die türkische Staatsangehörigkeit.
Er soll 2023 gemeinsam mit seiner Familie nach Deutschland gekommen sein. Der Asylantrag der Familie wurde nach den bisher veröffentlichten Informationen abgelehnt.
Einzelne Medien berichten unter Berufung auf die Familie und kurdische Organisationen zudem von einer kurdischen Herkunft des Jugendlichen.
Die Ermittlungen zum Polizeieinsatz dauern an.




